folgende Infos stammen aus

www.bienenstockkaefer.de

Der Beuten- oder Bienenstockkäfer:

Der Käfer

Sein Lebensraum

Der Käfer kommt auf Apis mellifera scutellata und capensis vor, wo er nur sehr selten die Schadschwelle erreicht. Er ist in Südafrika in tropischen und subtropischen Bereichen weit verbreitet. Bei starkem Befall werden die Waben zerstört, sie zerfallen. Der Honig rinnt aus den Zellen. Der Larvenkot und das Fehlen von neuen Arbeiterinnen verursacht eine Flucht der eigentlich unbeschadeten Bienen. Das Volk flüchtet als Reinigungsschwarm und kann an einem neuen Platz ein parasitenfreies Volk aufbauen. Schwache Völker sind gefährdeter als starke Völker.

Verbreitung in USA

Durch uneingeschränkte Wanderungen und Bienenhandel (Paketbienen; Königinnen) über tausende Kilometer wurde der Käfer in wenigen Jahren über ganz Nordamerika verbreitet. Ohne Bienentransporte soll seine Ausbreitung etwa 20 km pro Jahr betragen. Transporte von Wabenmaterial aus befallenen Regionen garantieren die Verschleppung des Käfers mit absoluter Sicherheit. Der Nachweis des Käfers ist bei anfänglicher geringer Befallsdichte sehr schwierig. In Südamerika scheint er noch unbekannt. Es ist nicht bekannt, wie der Käfer von Südafrika nach Amerika kam. Man nimmt an, dass er mit Früchten oder einem Bienenvolk auf einem Schiff kam. Genauso unklar ist, wie er im Jahr 2000 Ägypten und 2002 Australien erreichte.
Bienenhandel - in jeder Form - birgt das höchste Risiko!

Paketbienen können Käfer oder winzige Eier enthalten. Pakete mit Bienen sind nicht kontrollierbar. Als Medikament wird „CheckMite" mitgegeben, es hilft aber nicht. Futterteig in Königinnen-Versandkäfigen kann mit jungen, sehr kleinen Larven durchsetzt sein. Durch ihre annähernd gleiche Farbe sind sie im Futterteig kaum ausfindig zu machen.

Seine Eigenschaften

Der Käfer ist sehr fruchtbar. Der Käfer entwickelt sich nicht nur in Bienenvölkern. Er entwickelt sich auch auf überreifen und fauligen Früchten wie: Melonen, Mango, Pfirsich, Weintrauben etc. Der Käfer fliegt selber Blüten an und saugt Nektar. In abgestellten Waben, Honigzargen und Beutenmaterial hat der Käfer auch ohne Bienen beste Entwicklungsbedingungen.

Die Käferfamilie (Nitidulidae) hat sehr viele verschiedene Lebensräume erschlossen. Einige Arten sind als Schädlinge in der Landwirtschaft bekannt (z.B. Rapsglanzkäfer). Andere Arten dieser Käferfamilie leben in Hummel- und Ameisennestern (in Europa).

Inzwischen ist nachgewiesen, dass sich der Käfer auch in Hummelnestern vollständig entwickelt. Als Versuch wurden im Labor 4 Völkern Bombus impatiens infiziert (M.S. Stanghellini et al). Von 80 Käfern einer Infektionspopulation wurden dabei in wenigen Tagen 3600 Larven produziert und das Hummelnest von ihnen leer gefressen. Es ist durch den Laborversuch noch nicht bewiesen, dass der Käfer von sich aus Hummelnester findet und befällt. Wir müssen es aber befürchten. Warum sollte er es nicht tun? Hummeln und genauso Wildbienen würden an einem Befall hilflos zugrunde gehen.

Der Käfer und Bienen

Der Käfer frisst alles was er im Bienenstock findet, verursacht damit aber keine Schäden. Den Käfer findet man meist an der hinteren Innenseite des Deckels. Nach dem Öffnen verlaufen sich die Käfer sehr schnell. Sie fliegen vom abgehobenen Deckel ab, um sofort ins nächste Flugloch zu verschwinden. Im Bienenstock suchen Käfer geschützte Stellen auf, Ritzen und enge Winkel. Frei laufende Käfer werden von den Bienen verfolgt, was ihnen jedoch nichts anhaben kann. Bienen füttern sogar den Käfer! Der Käfer scheint durch Stress, z.B. imkerliche Eingriffe, explosionsartige Vermehrungsschübe zu machen.

Die Käferentwicklung:

Eier

Die Eier werden an geschützten Stellen im Bienenstock und auch außerhalb vom Stock abgelegt. Ein typischer Platz ist die Auflagefläche des Deckels auf den Seitenwänden. Jede andere Ritze ist auch dafür geeignet. Nach 3-4 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern.

Larven

Die Larven fressen 10 - 16 Tage Pollen, Brut und Honig. Vom Honig allein können sie sich nicht vollständig entwickeln.
Der Larvenkot verändert den Honig durch „Gärung". Die Waben (Zelldeckel und -wände) werden durchlöchert und der Honig rinnt aus den Zellen. Selbst die Bienen meiden diesen gärigen Honig. Der gesamte Bienenstock wird innen mit einer übel riechenden, gärigen Schicht überzogen. Es riecht nach fauligen Orangen .

Die reifen Larven verlassen den Bienenstock zur Verpuppung in der Erde.:

Puppen

Die Verpuppung geschieht in der Erde vor dem Flugloch, wo sich die Larven 5 - 60 cm tief eingraben. Die Larven wandern bis zu 80 m weit weg, um geeignetes Erdreich zu finden. Die Puppenruhe dauert 3-4 Wochen. Die Puppen überwintern im Boden. Die frisch geschlüpften Käfer sind etwas heller gefärbt und sehr mobil. Innerhalb einer Woche sind sie für die neue Eiablage bereit. Sie fliegen sehr gut und können Bienen völker in einigen Kilometern Umkreis aufsuchen. Die Käfer leben etwa 1/2 Jahr. Der frisch geschlüpfte Käfer.

Maßnahmen

Keinerlei Importe von Bienen oder Königinnen. Tauschen von Waben im Betrieb und unter verschiedenen Betrieben ist zu unterlassen. Keine Verwendung verseuchter Ausrüstung oder verseuchter, ausgeschleuderter Honigräume. Besonders in der Anfangszeit werden die Käferlarven über geschleuderte Waben in die gesunden Völker verschleppt. In verseuchten Honigräumen kann sich die Entwicklung des Käfers (Eier und kleine Larven) sehr rasch vollziehen, besonders dann, wenn auch Pollen in den Waben ist. Gefüllte Honigräume dürfen vor der Schleuderung nicht lange stehen bleiben. Gewissenhafte Sauberkeit rund um den Bienenstand bzw. Bienenhaus.
Verhindern Sie, dass Käferlarven sich verpuppen können. Versuchen Sie die Larven mit Fallen davon abzuhalten, die Erde zu erreichen. Die Larven dürfen ihre Entwicklung nicht beenden, sonst entstehen neue Käfer. Als Fallen kommen große Wannen und Planen in Betracht. Das Larvenverhalten muss eingehend beobachtet werden. Larven überbrücken z.B. auch wassergefüllte Rinnen, indem so viele von ihnen sich darin ertränken bis eine Brücke gebaut ist.

Künstliche Lufttrocknung im Wabenlager (40% rel. Feuchte) unterbindet die Vermehrung der Larven.

Bienen mögen den vom Käfer fermentierten Honig nicht. Wenn aber Beuten, Waben und Werkzeug mit Wasser unter Hochdruck gereinigt werden, beseitigen die Bienen Honigreste.

Überwachung des hygienischen Verhaltens der Völker. Versuchen die Bienen sich aktiv sowohl von den Larven als auch erwachsenen Käfern zu befreien? Es wäre vielleicht ein Anhaltspunkt zur Selektion.

Vergiss die chemische Keule, bis die Forschung klare Antworten gibt. Es ist noch kein Mittel zugelassen. Alle Mittel, welche den Käfer töten, töten auch Bienen.

 

Weitere Informationen und die Kampagne für einen umgehenden Einfuhrstopp in die EU und nach Deutschland finden sie auf der Homepage :

www.bienenstockkaefer.de

Ausserdem wird nennenswerte Forschungsmittel gebraucht, um schon jetzt wirksame Massnahmen zu entwickeln und die Imkerschaft vorzubereiten.