Was für eine Bedeutung hat Wasser für die Bienen
und für die Imkerei

© hanspeter itschner

Als Basis diente der Beitrag in der alpenländische Bienenzeitung von Wanderlehrer Andreas Platzer, Fachschule Laimburg. Herzlichen Dank dem Autor für die Erlaubnis. Im schweizerischen Bienenvater fand ich auf diversen Seiten Interessantes zum Thema. Einiges habe ich aus eigener Erfahrung hinzugefügt

Wasser gehört zu den wichtigsten Nährstoffen im Bienenvolk. Alle tierische Gewebe bestehen zu rund 75% aus Wasser. Im Wasser bilden wässerige Lösungen das Milieu, in dem sich die Lebensvorgänge abspielen: organische Stoffe und Salze sind darin gelöst. Der Wassergehalt im Bienenkörper nimmt mit dem Alter ab. Larven, Puppen sowie Ammenbienen brauchen am meisten Wasser.
Sämtliche Insekten, dazu gehören auch die Bienen, die zur ihrer Körpergröße eine relativ grosse Oberfläche besitzen und flüssige Exkremente abgeben, müssen vermehrt trinken.
Wasser ist nicht nur für die einzelne Biene wichtig, sondern auch für das Bienenvolk als Ganzes. Für die Lebensvorgänge eines Volkes sind zwei Bereiche von Bedeutung und zwar die Wärme- und die Luftfeuchteregulierung des Brutnest und die Ernährung der Larven .
Die tägliche Durschnittstemperatur im Bereich des Brutnestes von 34,5 Grad kann nur reguliert werden durch stetes Erwärmen und Kühlen der Luft.
Man schätzt das ein mittelstarkes Volk während der intensiver Brutzeit bis 200g Wasser pro Tag einträgt. Die relative Feuchte im Brutnest schwankt zwischen 40-60% und im Bau zwischen 30-50%. Hohe Luftfeuchtigkeit führt zu Verschimmlung von Waben und zu tiefe zur Schädigung der Brut.
Droht eine Überhitzung, weichen die Bienen auf der Wabe weiter auseinander und versuchen mit den Flügeln zu ventilieren. Nimmt durch den Luftausstausch die Temperatur nicht ab so verteilen die Bienen im Brutnestbereich Wasser. Das Wasser wird dabei in Vertiefungen auf den verdeckelten Puppenzellen gelegt, als dünne Schicht auf offene Ei- und Larvenzellen oder als hängende Tröpfchen in diese Zellen eingebracht.
Durch das Verdunsten des Wasser entsteht eine Abkühlung.
Ferner kühlen die Bienen durch das sogenannte „Rüsselschlagen". Dabei pressen sie einen Wassertropfen aus ihrem Mund hervor und ziehen das Tröpfchen zwischen Mandibeln und Zunge zu einem dünnen Film aus, welcher somit eine Verdunstungsoberfläche besitzt. Die Kühlung der Bienen auf verschiedener Art und Weise mit Wasser nennt man auch Wasserveteilen.
Beim Auswintern, der Wassergehalt der Aussenluft ist gering und die immer grösser werdende Brutfläche braucht zum gut gedeihen eine hohe Luftfeuchtigkeit, benötigt das Bienenvolk am meisten Wasser.
Sehr viel Wasser brauchen die Ammenbienen für die Fütterung der Larven. Die Larve müssen im Futter schwimmen. Der Futtersaft welche den unter 4 Tage alten Larven verabreicht wird enthält etwa 80% Wasser. Der Honig mit dem sich die Ammenbienen ernähren erhält in der Regel unter 20% Wasser.
Der Wasserbedarf wird bei Tracht durch das Nektareintragen zwischen 30 - 90% gedeckt. Da Wasser nicht gespeichert werden kann, muss der Bedarf von aussen hineingetragen werden. Dazu bestimmt sind neben den Nektarsammlerin die Wassersammlerin, welche ihre Honigblase mit Wasser füllen und heimkehren. Die Kunst der Biene ist das Gleichgewicht zu schaffen zwischen dem Wassereinsammeln und Wasserverbrauch. An einem heissen Sommertag ist das Ungleichgewicht verhängnisvoll. Der Stock erhitzt sich zu sehr, die Brut wird überhitzt und die Waben können sogar schmelzen.
Der Imker trägt die Verantwortung für das Wasser für die Bienen. Wenn die Bienen in mit Bakterien verseuchten Regenpfützen oder mit chemischen Mitteln verunreinigten Waschanlagen ihr Wasser holen, spätestens dann sollte der Imker eine Wassertränke aufstellen.
Die Bienen beziehen die Mineralstoffe unter anderem aus dem Wasser. So bevorzugen sie ein mineralstoffreiches Wasser zur Versorgung der Brut und ein mineralsstoffarmes Wasser zur Regulierung der Luftfeuchte und der Temperatur. Das Güllenwasser (Jauchewasser) entlang der Misttöcke ist sehr mineralienreich, man vermutet die Bienen decken hier ihren Bedarf an Kalium.
Es gibt zwei Möglichkeiten eine Bienentränke zu errichten. Die erste Möglichkeit wäre eine eher teure und aufwendige Lösung mit der internen Tränke mit Becher, Flaschen oder Futtergeschirre bei jedem einzelnen Volk anzubringen. Das Wasser wird zwar von der Stockwärme erwärmt, aber es wird trotzdem nicht so gerne angenommen.
Deshalb ist die externe Bienentränke weit verbreitet. Hier wird in einiger Entfernung abseits der Flugfront eine Tränke eingerichtet. Bienentränke sollen an einem windgeschützten, sonnigen, flugfrontabgewandten Platz in der Nähe vom Bienenhaus aufgestellt werden. Es gibt Imker welche das Tränkewasser mit einer Wärmelampe leicht temperieren. Die Tränke kann mit Moos ausgelegt werden. Wird von den Bienen sehr gern, auch das ganze Jahr genutzt. Das Wasser kann mit etwas Salz angereichert sein. Das Wasser wird fleissig nachgefüllt und das Moos gelegentlich gewechselt. Regenwasser von der Dachtraufe muss wegen der Umweltverschmutzung, insbesondere wegen den Schwermetalle, nicht nur in der ökologischen Bienenhaltung als Notlösung angesehen werden.
Die Tränke sollte nie in der direkten Fluglinie liegen, weil sie sonst vom Kot der darüber fliegenden Bienen verschmutzt wird und so Krankheiten übertragen werden können.
Die Tränke sollte so konstruiert sein, dass darin keine tote Tiere, Bienen oder andere Tiere, verwesen können. Zudem sollte die Tränke immer wieder gereinigt werden und nie versiegen.
Es ist ratsam die Tränke vor dem ersten Reinigungsflug aufzustellen. Am Anfang kann mit etwas Honig oder mit einer leichten Zuckerwassermischung im Verhältnis 1:5 die Bienen angelockt werden. Um das Versiegen zu verhindern benötigt man Tränken von 20-40 Litern, damit das Wasser länger frisch bleibt kann ein wenig Essig beigegeben werden, die Bienen lieben ein leicht säuerliches Milieu. Spätestens alle 14 Tage ist das Wasser zu wechseln.
Eine weiter Wasserquelle ist das Kondenswasser vom Bienenstock. Das Kondenswasser kann aber auch Waben durch Verschimmeln zerstören.
Zum Schluss noch ein paar Anregungen:
Der Imker kann den Wasserhaushalt, den Luftaustausch und die Feuchtigkeit in der Beute durch imkertechnische Massnahmen negativ oder positiv beeinflussen.
Bienenkästen und -häuser möglichst weder an sehr sonnigen noch sehr kühlen, schattigen Plätze aufstellen.
Durch Anbringen von Luftlöcher, Gitter oder andere imkerische Maßnahmen zum das Kondenswasser wegzubringen, bringt man auch den Temperatur- und Feuchtigkeithaushalt im Volk durcheinander.
erhöhter Wasserbedarf im Volk entsteht:
- durch Zunahme der Temperatur,
- durch Abnahme der Luftfeuchtigkeit,
- durch längeres Hängenlassen der Waben im Wabenknecht,
- allgemein durch Störungen.
Bei Störungen, bei Auseinandernehmen der Völker nehmen die Bienen vermehrt Nahrung auf um mehr zu heizen, Die warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf.
Ist wieder Ruhe eingetreten, so können die Bienen nicht sofort wieder auf Normaltemperatur herunterfahren, da sie die Feuchtigkeit nur langsam wegbringen.
- Nach der Herbstfütterung die Wabenanzahl der Volksstärke anpassen
- Das Entfernen der Verkittungen (Propolis) an beweglichen Teilen vermeiden.
- Grosses Flugloch ermöglicht einen guten Feuchtigkeitsaustausch mit der Aussenluft
- Mit Einsetzen der Brutätigkeit Volk möglichst warm halten.
- Im Frühling dem Wachstum des Volkes entsprechende Raumgebung
- Den Wasserspritzer als Hilfsmittel des Imkers (im Volk, bei Schwärme) gezielt aber behutsam einsetzen.
   Das Gleiche gilt auch bei der Milchsäurebehandlung.