Ein paar Gedanken zum Wandern mit Bienenvölkern

© hanspeter itschner

Mancher Imker wandern in trachtlosen Zeiten statt zu füttern andere Trachtgebiete wie Bergtrachten oder intensive Kulturen wie z,B. Raps oder Sonnenblumen an.
Dadurch können sie Ihr Honigsortenangebot erweitern und der Ertrag aber auch der Mehraufwand pro Volk steigt.
Obstanbaugebiete locken mit einer Bestäubungsprämie die Wanderimker an.

Der Schweizerkasten als Hinterbehandlungsbeute eignet sich nicht so gut zum Wandern. Wenn trotzdem, dann benützt man nur Einbeuten und stellt diese in festen oder gut und schnell demontierbaren Unterständen. Blechabdeckungen sind nur eine Notlösung, welche den Kasten bald einmal zu wenig schützen.

Für die Hinterbehandlungsbeuten eignen sich Wanderwagen, welche teuer sind und zudem ein zusätzliches Zugfahrzeug benötigen. Bedingung ist auch eine gute Fahrstrasse zum Wanderstandort.
Für Wanderungen geradezu geschaffen sind die Magazinbeuten. Sie sind einfach zu transportieren und man kann diese fast überall aufstellen. Dazu braucht es als Untergrund nur einen einfachen Wanderbock.
Gewandert wird nur mit gesunden, starken und gut verproviantierte Völker Die Völkeranzahl sollte bei Blütentracht höchstens zwischen 10 - 15 pro Standort bewegen, bei Waldtracht darf es etwas mehr sein.

Die schweizerischen gesetzlichen Minimalabstände betragen:
A Belegstelle = 10 km
B Belegstelle = 3 km (sofern mit anderen Bienenrassen angewandert wird)
Nachbarimker = 500 m
Wanderimker = 200 m (Unterdrücken der Räuberei)
öffentliche Gebäude (Schulen, Kindergärten, Spitäler, usw.) = min 50 m
öffentliche Wege = min. 3 m (Flugloch nicht wegseitig)

Vorbereitungen
Nur eine gute Vorbereitung führt zum Erfolg: Es ist ein geschützten Platz zu suchen, das heisst die Bedingungen des Standortes sind zu erkundigen. Welche Windverhältnisse herrschen vor, welche Sonneneinstrahlung und welche Sonnenscheindauer ist zu erwarten. Befindet sich zum Beispiel ein viel begangener Wanderweg oder ein Kinderspielplatz in unmittelbarer Nähe. Die lokalen Trachtverhältnisse sind zu erforschen: Was für Nektarquellen und welche Menge ist zu erwarten. Wann beginnt die Blühzeit der Hauptnektarquelle.
Bei erwarteter Waldtracht sind laufend vor dem Abfahrtentscheid die Honigtauspender zu überprüfen und zu weiteren Kontrollzwecken vorteilhaft, wenn überhaupt möglich, ein Waagvolk aufzustellen.
Ferner sollte man untersuchen ob die Bienen am Standort genügend Wasser zur Verfügung haben. Gegebenenfalls ist mit einer Bienentränke anzuwandern.
Zu den Vorbereitungen gehört auch das Überprüfen und bei Bedarf das Anpassen der Haftpflichtversicherung.
Ist ein geeigneter Platz gefunden, so muss man sich beim örtlichen Bieneninspektor anmelden und ihn zugleich nach den Speeren und den besonderen Wandervorschriften zu fragen. Ebenfalls sollte man sich bei der Gemeinde, beim Grundbesitzer, evtl. beim Pächter (mähen), bei den Anwohner und bei den Dorfimkern sein Vorhaben kundtun.
Erst bei Trachtbeginn, aber noch vor der Haupttracht wird ins Gebiet gefahren.
Vor der Abfahrt ist alles sehr gut zu sichern. Es ist für genügend Lüftung zu sorgen. Beim Schweizerkasten genügt der Lufteintritt durch die Wanderflugnische, zusätzlich sind die Keile unter dem Fenster zu entfernen. Das gibt Stauraum zwischen Fenster und der gut gesicherten Kastentüre. Bei den Magazinbeuten besitzt man vielleicht Bodenbretter mit Wanderbelüftung oder etwas ähnliches. Die Magazine werden mit Bindegurten zusammengehalten.
Unentbehrlich ist eine Werkzeugkiste. Deren Inhalt könnte wie folgt aussehen: Wagenheber, Hammer. Zange , Säge, Nägel, Wasserwaage Draht, Bindeschnüre, Wabenzange, Bienenbürste, Rauchmaschine, Zündhölzer, Bienenschleier, Stofflappen und eine Taschenlampe mit Ersatzbatterie.

Die Auffuhr
Vorteilhaft lädt man schon am Abend vor der Auffuhr die Kästen oder Magazinen auf das Transportmittel und sichert sie gut gegen Erschütterungen. Bei geschlossenen Wagen ist auf gute Belüftung zu achten.
Der Transport beginnt am besten während der Nacht oder am frühen Morgen. Starke Erwärmung der Beuten sollte vermieden werden.
Werden die Bienenvölker während der Fahrt bei zunehmender Wärme unruhig, so sind diese mit Wasser durch das Lüftungsgitter zu bestäuben.

Ankunft
Bei Erreichen des Wanderstandortes sind sofort die Völker vorsichtig aufzustellen und die Fluglöcher zu öffnen. Die Flugrichtung sollte gegen Osten schauen, von dort kommt der erste Sonnenstrahl und weniger Regen. Da die Bienen in der Regel sich sehr stechlustig verhalten, ist es von Vorteil den Schleier anzulegen. Weitere Kontrollarbeiten sind auf ein paar Tage später zu verschieben. Vorteilhaft ist es wenn ein Ortsansässiger den Wanderstand regelmässig kontrolliert und bei Schaden sofort Meldung erstattet.
Ferner sollte der Wanderstand an gut sichtbarer Stelle und gut leserlich mit Adresse und Telefonnummer des Besitzers beschriftet sein und einen guten Eindruck hinterlassen.

Rücktransport
Der Rücktransport geschieht bei Trachtende im gleichen Sinne wie die Auffuhr.
Es ist selbstverständlich, dass man den Wanderstandort wieder so verlässt wie man ihn angetroffen hat.