Die Bienenzucht bei den Indianer in Paraguay bisher

Was die "Bienenzucht" der Indianer betrifft, wurde bis jetzt bisher praktisch nur ein Raubbau und nicht ein "Züchten" praktiziert.
Da die Indianer bis von wenigen Jahrzehnten riesige Flächen von Wäldern, Buschsteppen und offene Felder zum Sammeln und jagen besassen, konnte das System des Honigerntens ohne Zufütterung den Bienen keinen nennenswerten Schaden anrichten, zumal ja die hier mittlerweile heimische afrikanische Biene sehr schnell sich regeneriert und vermehrt.
Die Indianer hatten also überhaupt keine Arbeit mit den Bienen. Je nach Indianerstamm wurden verschiedene Methoden angewandt. Die wildesten unter ihnen, die im Chaco lebenden Ayoreode (Ayoreo, Moro) beobachten die Bienen und wissen mit erstaunlicher Genauigkeit, in welcher Distanz ein Bienenvolk zu finden ist, je nach Flughöhe der Bienen. Sie folgen also den Bienen und kletterten auf die Bäume, hacken mit einer Axt, ohne irgendwelchen Schutz (mit blossem Oberkörper) ein Loch in den Baum, wo die Bienen nisten und holen von Hand die Waben heraus. Den Bienen wird kein Schaden zugefügt, sie können sofort weiterarbeiten und leiden dank einem Klima, wo höchstens ein paar Wochen lang im Winter Futterknappheit herrscht, praktisch keinen Hunger. Dieses System wird im Chaco heute noch angewandt, wo es noch genügend grosse Wälder gibt und wo auch noch eine Restgruppe total wilder Indianer leben, die sich bisher (zum Glück) nicht "zähmen" liessen.

Die weniger "mutigen" Sippen räuchern die Bienen aus und holen den Honig. In Ostparaguay, wo die Wälder mittlerweile sehr knapp geworden sind und zudem an vielen Stellen Baumwolle und andere Kulturen angebaut werden, welche mit chemischen Mitteln gespritzt werden, ist es um die Bienen nicht so gut bestellt wie im Chaco. Daher ist es wichtig, die Bienenzucht nachhaltig zu betreiben. Zudem wollen wir ja nicht bloss "etwas Honig ernten zum essen", sondern eine rentable und noble Beschäftigung daraus machen.

Mörderbienen

Die Bienen sind prakisch alle mit der berüchtigten afrikanischen Mörderbiene gekreuzt. Es ist ja bekannt von dieser Rasse, die durch einen "Unfall" vor etwa dreissig Jahren in Brasilien aus einem Labor entwichen sind und seither den ganzen Kontinent bis über die mexikanische Grenze hinaus gegen Norden hin "bevölkern". Die Biene zeichnet sich durch eine extreme Agressivität aus, es gibt jedes Jahr mehrere Todesfälle durch Bienenangriffe, sowohl Menschen als auch Tiere (Kühe, Stiere, Pferde etc.). Verschiedene Bienenzüchter haben immer wieder italienische oder kaukasianische Königinnen importiert, um ruhiger arbeiten zu können. Aber es dauert nie lange, bis die afrikanische (richtig gesagt, die "afrikanisierten Bienen" sich den Honig holen und das "zahme" Volk abstechen. Anderseits ist diese Biene natürlich genauso fleissig, wie sie aggressiv ist. Sie beginnt morgens früher als die kaukasianische oder auch die italienische Biene mit der Arbeit, sie arbeitet länger am Abend. Sie arbeitet auch an Tagen, wo der Himmel bedeckt ist, neblig ist und es nach Regen aussieht, wo die anderen "zu Hause" bleiben.

An heissen und schwülen Tagen kann man sich den afrikanischen Bienenstöcken nicht nähern, es ist unmöglich zu arbeiten. Da bleibt nur die Arbeit nachts oder spät am Abend. Natürlich gewöhnen sie sich auch an den Menschen, aber es dauert länger und die Toleranz ist sehr klein.

Korrekturen und Ergänzungen zu den afrikanischen Bienen, bzw. zu den Bienenarten:

Bienenarten in Paraguay (Mörderbiene)
Mit der Absicht, die einheimischen brasilianischen Bienen durch Kreuzungen zu verbessern, importierte 1956 die brasilianische Bienenzüchterschule "Escuela Superior de Apicultura de Piracicaba Luíz de Queiroz" im Staat San Paulo 170 afrikanische Bienenköniginnen. (Apis mellifera Adansonii). Der Genetiker Professor Dr. Warwick E. Kerr wollte kontrollierte Kreuzungen vornehmen, um den brasilianischen Bienenzüchtern ein genetisch verbessertes Material zur Verfügung zu stellen. 49 Königinnen wurden von den brasilianischen Bienenvölkern akzeptiert und entwickelten sich derart schnell, dass kurz darauf 26 Schwärme ausschwärmten. Damit begann eine Expansion, die 1964, also nur acht Jahre später, bereits das über 1000 Kilometer entfernte Zentrum Paraguays erreichte. 1973 war sie bereits in Venezuela zu finden.

Gemäss Aufzeichnungen des Naturwissenschaftler Arnaldo Winkelried Bertoni (Sohn des Tessiner Emigranten Moises Bertoni) wurden die vorher in Paraguay "heimischen" Bienen
um 1890 aus Deutschland importiert, weswegen man sie hier oft auch "Abejas alemanas" nennt (Apis mellífera Linneo). Sehr beliebt war bei den traditionellen Züchtern auch die italienische Biene (Apis mellifera Liugustica Spin) und etwas seltener wurden auch kaukasianische )Apis Mellifera caucasica Grob) importiert. Heute gibt es nur noch bei einigen wenigen Züchtern "reine" europäische Königinnen, die wilden Stämme sind alle "afrikanisiert", obschon die Hybriden bessere Eigenschaften haben (höhere Produktion und weniger Aggresivität).

Die afrikanische Biene zeichnet sich durch eine extreme Aggressivität aus, es gibt jedes Jahr mehrere Todesfälle durch Bienenangriffe, sowohl Menschen als auch Tiere (Kühe, Stiere, Pferde etc.) zählen zu den Opfern. Verschiedene Bienenzüchter haben immer wieder deutsche, italienische oder kaukasianische Königinnen importiert, um ruhiger arbeiten zu können. Aber es dauert nie lange, bis die afrikanische (richtig gesagt, die "afrikanisierten Bienen" sich den Honig holen und sich das "zahme" Volk Untertan machen. Anderseits ist diese Biene natürlich genauso fleissig, wie sie aggressiv ist. Sie beginnt morgens früher mit der Arbeit als die europäischen Rassen, sie arbeitet länger am Abend. und ist auch aktiv an Tagen, wo der Himmel bedeckt oder neblig ist und es nach Regen aussieht.

An heissen und schwülen Tagen nähert man sich den afrikanischen Bienenstöcken besser nicht, ein normales arbeiten ist an solchen Tagen unmöglich. Da bleibt nur die Arbeit nachts oder spät am Abend. Natürlich gewöhnen sie sich auch an den Menschen, aber es dauert länger und die Toleranz ist sehr klein.


Quelle: Boggino, Pedro Antonio, Apicultura, Obra Kolping Paraguay und Ministerio de Agricultura y Gansadería, Departamento de Apicultura,: Concepto y Técnicas sobre el Manejo racional de Abejas, San Lorenzo 1986

Trachtangebot

Was die Flora anbetrifft, gibt es im Lande praktisch während des ganzen Jahres Futter für die Bienen. Während neun, oft sogar bis elf Monaten sind Blumen und Blüten in Hülle und Fülle zu finden, auch Blatthonig ist häufig anzutreffen. Der Wassergehalt des Südamerikanischen Honigs darf maximal 20 % betragen. Während der Wintermonate wird aber trotzdem gefüttert.

Hier einige Beispiele von Pflanzen, welche, in Kombination, über das ganze Jahr Futter liefern für die Bienen:

Einheimischer Name

Wissenschaftlicher Name

Blütezeit

Pairá yboty

Lantana virgata

Januar bis April

Cabara caa (ein Ziegenkraut)

Rypsus mutabilis

Januar bis Oktober

Aguapé ("Otterpflanze")

Pontedeira spp

November bis April

Lluvia de Oro (Goldregen)

Cassia fistula

November bis März

Eucalipto (Eukalyptus)

Eucaliptus spp

Januar bis Juli

Lapacho Enano (Zwerglapacho)

Caesalpina melocarpa

Februar bis April

Acacia amarilla

Cassia carnaval

Februar bis April

Typycha moroti ("Weisses Besenkraut")

Vernonia chamaedrys

Januar bis März

Estrella federal (Weihnachtsstern)

Euphorbis pulcherrima

Mai bis Juni (Winter)

Lapacho rosado (Rosa Lapacho)

Tabebuia ipe

Juli bis September

Citrus

Citrus spp

Juni bis Juli

Agosto poty ("schöner August")

Senesio balansae

August (Winter)

Nabo Silvestre ("Wilde Rübe")

Brassica Campestris

August (Winter)

Tataré

Pithocellobium tortum

September bis Oktober

Ñangapirí

Eugenia spp

November

Santa Lucía jhovy

Conmelina virgínica

November bis April

Typychá jhú (Schwarzes Besenkraut)

Sida spinosa

November bis April

Caroba (Jakaranda, Palisander)

Jacaranda cuspidifolia

September bis April

Chivato (eine Leguminosenart)

Delonix regia

Oktober bis Dezember

Tapeyva jhú (eine Akazienart)

Cassia occidentalis

Dezember bis April

Aromita

Acacia riparia

Dezember bis Februar

Petereby

Cordia trichotoma

Januar bis April

Quelle: Ministerio de Agricultura y Gansadería,, Departamento de Apicultura,: Concepto y Técnicas sobre el Manejo racional de Abejas, San Lorenzo 1986