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BIENENWACHSKERZEN UND DIE WACHSGIESSTECHNIK

Jnge und Robert Knobel präsentierten am November-Imkerhock 2000 der Glarner Bienenfreunde eines Ihrer Hobbies:
Das Kerzengiessen aus reinem Bienenwachs

Früher fand der Wachs hauptsächlich in der Kirche Verwendung. Es wurde sehr viel Bienenwachs benötigt. Der Honig war damals nur ein Nebenprodukt der Imkerei.
Heute ist es geradezu umgekehrt der Fall. Doch man kann neuerdings feststellen, dass die Bienenwachsprodukte wieder vermehrt an Bedeutung gewinnen.
Das Ehepaar Knobel ist vom Bienenwachs als Naturprodukt fasziniert und hat sich das Kerzengiessen angeeignet. Nebst dem Bienenprodukt Honig ist die Bienenwachskerze beliebt als Dekoration daheim oder als Geschenk für einen lieben Menschen. Auf dem Markt angeboten, findet sie deshalb immer Käufer und der Bedarf steigt.
Jnge akzeptiert als Imkerin nur Kerzen aus 100% von Verunreinigungen gesäuberten Bienenwachs, sei es aus der eigener Familie-Imkerei oder aus gekauften Bienenwachs-Granulatkörnern. Steatin oder Paraffin beimischen kommt bei ihr nicht in Frage.
Gegossen wird in weissen Silikon-Kautschuk-Formen, welche zwar etwas teuer , aber dafür hitzebeständig und sehr verchleissfest sind. Sie brauchen auch beinahe keine Pflege. Es lassen sich mit ihnen auch sehr feine Strukturen giessen. Die roten Silikonformen aus Amerika sind von besseren Qualität. All diese Formen können im Fachhandel bezogen oder sogar selber hergestellt werden.
Dazu braucht es noch einen runden Docht in V-Form, welche in die Mitte der Form mittels Hilfsmittel wie Hölzchen und Nadel eingespannt wird. Die flachen Dochte sind für Mischwachs oder reine Stearinkerzen geeignet. Wichtig: die V - Form des Dochtes muss nach oben offen sein. Um eine gutes Abbrennen der Kerze zu erreichen ist die Dicke des zu verwendeten Dochtes dem Kerzendurchmesser anzupassen. Die richtige Grösse wird zur gekauften Form mitgeliefert. Hier kann man durch Versuche selber noch optimieren. Die Formen sind im Fachhandel erhältlich.
Um bei komplizierten Formen Lufteinschlüsse zu vermeiden ist die Form während dem Giess-Vorgang zu Klopfen.
Die richtige Giesstemperatur des Wachses ist 75-80°C. Anfänger sollten die Temperatur des Wachses messen, später hat man das im Gefühl. Ist das Wachs zu warm so zieht sich das Wachs beim Abkühlen zusammen und es gibt Löcher und Risse in das gegossene Endprodukt und die Form fängt an unten zu tropfen.
Die abgegossene einfache Form darf man nach etwa ¾ Stunden vorsichtig öffnen, komplizierte nach 2 bis 3 Stunden. Zuletzt wird das oberer Dochtende in flüssiges Wachs getaucht und anschliessend nicht allzu kurz zurückgeschnitten. Die angefertigten Kerzen sollten mindesten 1 Jahr gelagert werden.
In einer unbeschwerten und lieblicher Art wurde uns das Kerzengiessen nähergebracht. Einige konnten unter kundiger Anleitung selber Kerzen giessen. Wieviele von den zahlreich weiblichen (und männlichen) Anwesenden wurden dazu animiert daheim selber Kerzen zu giessen?
Die Kerzen und der aus Bienenwachs hergestellte Christbaumschmuck haben den Anwesenden so gut gefallen, dass Röbi nicht geplant eilends „heimrasen" musste um vorrätige Kerzen zum Verkauf zu holen

Hanspeter Itschner